Das Märchen vom Land der liebevollen Menschen

Ihr Lieben da draussen am Bildschirm, Ihr wisst, dass wir inzwischen im siebten Monat des Jahres 2020 sind?

Es ist, so wie jedes Jahr um diese Zeit. Und doch ist alles ganz anders wie in den vergangenen Jahren. Was ist nur geschehen? Wird es je wieder so werden wie früher? Fragen, die sich so nicht beantworten lassen. Zu vieles ist im Moment im Umbruch, so auch bei mir. Aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal. Heute werde ich euch dafür von den liebevollen Menschen in einem Land berichten, das gar nicht so weit von unserem liegt.

In einem Land, gar nicht weit von hier, lebten ganz besondere Menschen. Sie waren sehr liebevoll zu anderen. Wenn sie sich untereinander begegneten, begrüssten sie sich freundlich. Jeder hatte für den anderen ein gutes Wort und sie lächelten sich dabei an. Viele gaben sich die Hände oder nahmen sich sogar in die Arme. Dabei erwiesen sie dem anderen den nötigen Respekt und waren zu jedermann tolerant. Den Menschen hat das gut gefallen und sie lebten damit sehr zufrieden und waren glücklich.

Sie hatten auch eine Königin. Diese war sehr weise und regierte das kleine Land mit Umsicht und einer liebevollen Art, so dass alle Menschen gut leben konnten. Alle hatten ein gutes Auskommen. Jedoch wurde diese Königin eines Tages sehr krank. Sie legte sich aufs Bett und schlief tief und fest ein. Keiner konnte sie aus ihrem tiefen Schlaf holen und die Menschen waren sehr traurig. Die Leibärzte waren ratlos und schüttelten die Köpfe. Die Menschen fragten sich, was sie denn tun sollten, um ihrer lieben Königin zu helfen? Wer sollte sie denn nun weiterhin weise und zur Zufriedenheit aller regieren?

Das ganze Land fiel in eine tiefe Trauer. Es war wie eine Schockstarre und wenn sich nun die Menschen begegneten, sahen sie sich mit leeren Augen an. Sie gaben sich nicht mehr die Hände, lächelten nicht mehr und waren nicht mehr fröhlich. Mechanisch verrichteten sie freudlos ihr Tagwerk und gingen danach schnell nach Hause.

Ein junges Mädchen in diesem Land konnte sich damit nicht abfinden. Es hatte in seinem Leben bisher nur Liebe und Freude kennengelernt und plötzlich war alles so anders. Das Mädchen wollte das ändern und ging hinaus in die Natur. Dort setzte es sich auf eine Bank, schaute in die den blauen Himmel, in dem sich dicke weisse Wolken türmten, und betete um Hilfe.

Dann hörte es plötzlich, wie sein Schutzengel zu ihm sprach: „Mädchen, du brauchst nicht traurig zu sein. Denn wenn ihr weiterhin so mutlos seid, wird eure Königin nicht mehr erwachen. Eure Königin ist vor Kummer eingeschlafen, weil sie nicht länger ansehen konnte, wie lieblos es ausserhalb eures Landes zugeht. Sie wollte ihre Liebe ausserhalb des Landes tragen. Das ist ihr alleine aber nicht gelungen und vor Gram darüber ist sie in einen tiefen Schlaf gefallen. Nur ihr, die Bewohner des kleinen Landes, könnt ihr helfen. Deshalb solltet die Menschen dieses Landes die Starre überwinden und eure Königin aus dem Schlaf holen. Du wirst sehen, dann wird alles wieder gut. du, Mädchen, weisst sicher, wie das geht.

Das Mädchen lächelte und wusste Bescheid. Sie bedankte sich bei ihrem Schutzengel und ging zurück in ihr Dorf. Dort rief sie alle Menschen zusammen. Es erzählte was es vorhatte und erklärte, dass das nur gemeinsam mit allen Bewohnern des kleinen Landes ginge.

Die Menschen merkten plötzlich, wie blind sie geworden waren und freuten sich über den Mut des jungen Mädchens. Dann zogen sie gemeinsam zum kleinen Schloss der Königin und baten um Einlass. Der wurde ihnen natürlich gewährt, denn die Königin hatte nie jemanden abweisen lassen.

Nach und nach gingen sie in das Gemach der Königin, streichelten, herzten oder küssten die Schlafende. Nach einer Weile öffnete die Königin die Augen und freute sich über die vielen Besucher.

Sie fühlte sich wie neugeboren und regierte ihr Land wieder weise und mit Umsicht. Die Menschen waren wieder glücklich. Sie waren wieder liebevoll miteinander und respektierten den anderen und seine Meinung.

Das junge Mädchen jedoch fasste sich ein Herz und bat einige Menschen, mit ihr in das Nachbarland zu gehen. Diese gingen mit ihr, um dorthin Liebe, Licht und Zuneigung zu anderen hinzubringen.

Soweit das Märchen. Aber - Soll das denn ein Märchen bleiben? Oder kann es auch Wirklichkeit werden?

Denkt doch einfach mal darüber nach.

Ich denke, Zuneigung und Freundlichkeit zu anderen erfreut das Herz. Es ist doch so einfach, dem anderen ein gutes Wort, ein Lächeln, eine liebevolle Geste oder – wer sich traut - eine Umarmung zu schenken. Versucht es doch einfach mal.

Bis zum nächsten Mal  – ich freue mich auf Euch!

Eure Rita 

Bilder: Im Garten

           Impressionen aus der Wesermarsch im Frühsommer